"Frei leben ohne Gewalt"
Internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen
Rund um internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“, setzt Terre des femmes mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen.

Quelle: TERRE DES FEMMES. - eingebettet von demo.eki-musterhausen.de
„Wir sagen entschieden ‚Nein!‘ zu jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen!“, erklärt Anke Ruth-Klumbies, Leiterin der Evangelischen Frauen in Baden. Sinn und Zweck der Aktion ist es, auf die vielfältige Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. „Gewalt gegen Frauen und Mädchen, in unterschiedlichen Ausprägungen, ist eine alle Lebensbereiche durchdringende und alltägliche Realität. Deshalb setzen wir mit der Fahne ein Zeichen gegen jede Form von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen“, so Anke Ruth-Klumbies.
Schläge vom Ehemann, Grabscher in der U-Bahn, sexuelle Übergriffe durch den Vater –geschlechtsspezifische Gewalt gehört auch in Deutschland zur Alltagsrealität vieler Frauen. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen und übertrifft damit Verkehrsunfälle und Krebs. In Europa hat jede dritte Frau bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt. Besonders gefährdet sind Frauen mit Beeinträchtigungen oder in unsicheren Lebenssituationen. Für jede von ihnen müsse es unabhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus, Beeinträchtigungen oder Sprachkenntnissen eine sichere Zuflucht geben, so Terre des femmes –
Trotz dieser schwerwiegenden Zustände für gewaltbetroffene Frauen, erreicht von den 16 Bundesländern keines die vom Europarat empfohlene Quote von einem Frauenhausplatz pro 7500 Einwohner. In Deutschland gibt es knapp 400 Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder, doch eine pauschale Finanzierung gibt es bisher nicht. Dadurch müssen jährlich tausende Frauen, die einen Platz suchen, aber ohne finanzielle Mittel oder geregelten Aufenthaltsstatus sind, abgewiesen werden. Viele der Häuser sind zudem nicht barrierefrei, es fehlt an genügend spezialisiertem Personal an der Kostenübernahme.
Da diese Situation nicht mit einem freien, selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben vereinbar sei, fordert Terre des femmes unter dem Motto „Tür auf!“ kostenlose und barrierefrei zugängliche Schutzräume und Unterstützung für von Gewalt betroffenen Frauen. Dazu gehöre auch im Umgang mit verschiedenen Gewaltformen ausgebildetes Personal.
Inge Bayer - Referentin für Müttergenesung, Frauen und Gesundheit


